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SPA  IM  SCHLOSSKELLER

Bauherr:
Privater Schlossbesitzer
Standort: Neubronn - Abtsgmünd

Beckengröße: 6,00 x 5,50m
Wassertiefe: 1,30m bis 1,50m

Baujahr: 1972


Projektbeschreibung

Im 11. Jahrhundert baute sich der Landvogt ein Schloss östlich von Stuttgart. Es hatte bis zu 1.5m dicke Mauern und wurde im Verlauf der Jahrhunderte mit Südflügel und drei Stockwerken auf gewachsenem Fels stehend beträchtlich erweitert.

Sein heutiger Besitzer, ein Familienvater mit Kindern kaufte es 1970 von einer alten Herrschaft. Das Schloss steht unter Denkmalschutz und war in den vergangenen Jahrzehnten mehr Denkmal als gräfliche Wohnstätte.

Um es wieder Wohnstatt werden zu lassen, beauftragte der neue Schlossbesitzer das Architekturbüro Mögel + Fuhrer mit der Erneuerung und Renovierung des Schlosses. Und weil im Schloss auch ein großer ungenutzter Weinkeller war, schloss er sich der Meinung der Architekten an, in diesem alten Weinkeller einen umfangreichen Saunabereich mit Kneipanlage, Duschen und einem Schwimmbad einzubauen.

Die Vorarbeiten waren mühselig, da nur ein paar alte ungenaue 1:100 Zeichnungen vom Schloss existierten. Das komplette Schloss musste neu aufgemessen werden. Statische Prüfungen ergaben, dass das Schloss auf Felsgrund errichtet wurde, einige Mauern jedoch nur auf festem Erdreich errichtet waren. 4-6m dicke Kellermauern bestanden teils aus zwei Mauerschalen, deren Zwischenraum mit Schutt und Erde aufgefüllt waren.

Die Kellerräume waren wie geschaffen für den Einbau einer Schwimm- und Saunaanlage. Der 6x5m große und 3,25m hohe Weinkeller mit seinen 6m dicken Außenmauern und zwei schräg nach oben verlaufenden Lichtschächten bot sich für dieses Vorhaben geradezu an. Alle Keller waren in Gewölbebautechnik ausgefertigt. Da der Hauptkeller rund 1,85m tiefer lag, als die beiden vorgelagerten, kleineren Keller, kam die Wasseroberfläche des Schwimmbeckens nahezu auf gleiche Höhe mit den Böden der Vorkeller.
spa-schlosskeller
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Der Zugang zu allen Kellerräumen erfolgte vom Schlosshof aus über eine steile, enge Treppe. Im ersten Vorkeller wurden Dusche, Umkleide und Sauna installiert. Im zweiten Vorkeller die Heizzentrale und in einem zusätzlichen Bei-Keller der Öltank.

Das gesamte Becken, der Treppenzugang, der umlaufende Tritt sowie alle Funktionsräume wurden mit feinem Glasmosaik verfliest. Das gesamte Schwimmbadgewölbe wurde in heller Kalkputztechnik ausgeführt. Kniffelig gestaltete sich die Verlegung der Installationsrohre, da das gesamte Schloss von der im Keller liegenden Heizung versorgt wird, und die Rohrleitungen teilweise durch den Fels in die darüberliegenden Schlossräume gemeißelt werden mussten.

Die Zuluft erfolgt mittels Radialgebläse durch einen Schacht, während die Abluft mit einem weiteren Ventilator durch einen alten Küchenaufgang abgeführt wird. Die Anlage sorgt für einen 30fachen Luftwechsel pro Stunde und arbeitet zur Vermeidung von Zugluft mit leichtem Überdruck.


Planung und Konzept:
Architekturbüro Mögel + Fuhrer Stuttgart

Projektleitung:
Architekt Helmut Mögel

Fotonachweise:
Schloss Aussenansicht:
Philipp Wagenblast [Creative-Commons-Lizenz]

Innenaufnahmen:
Fachschriften-Verlag GmbH & Co. KG
Schwimmbad + Sauna Ausgabe 06-1972